Neuseeland (7): Unterwegs

Nach dem ersten Blogpost folgt hier die zweite lose Sammlung von Eindrücken auf dem Weg durch die Nord- und Südinsel Neuseelands.

Queenstown

Auf der Südinsel machten wir Zwischenhalt in Queenstown um von dort aus einen Trip zu den „Milford Sounds“ zu unternehmen. Die Stadt selbst brüstet sich als „Adrenalin-Hauptstadt“ und besteht gefühlt im wesentlichen aus Lifestyle-Outdoor-Adventure-Geschäften und ensprechenden Angeboten – für mich kaum des Sehens wert. Die Umgebung mit u.a. den „Remarkables“ ist jedoch hübsch.

„The Remarkables“
Nochmals „The Remarkables“

Wir nächtigten in der Nähe von Queenstown auf einem Campingplatz des DOC, am „Moke Lake“. Der Weg durch das Tal dorthin wurde in das Licht der Abendsonne getaucht. Auf der relativ steil bergab gehenden schottrigen Straße kam mit unserem heckbetriebenen Campervan (Mittelmotor!) fast ein bisschen Rallyefeeling auf ;-). Dafür träumte ich die darauffolgende Nacht immer wieder davon, den Berg wegen mangelnder Traktion nicht mehr hochzukommen. Der Campground-Keeper war ein echtes Original. Auf meine Frage, ob ich ihn fotografieren dürfte anrwortete er „Oh you want a picture of the bear? To scare your friends at home? Sure!“.

Nachts bot sich uns ein toller Sternenhimmel. Wenn ich doch bloß Ahnunung von Astro-Fotografie hätte..

Mount Hutt

Noch zwei Wandereindrücke von einem Zwischenstopp nahe Mount Hutt*. Rakaia River speist sich u.a. aus Schmelzwasser der südlichen Alpen und erhält damit eine intensive türkise Farbe.

*(schönen Gruß an Monika!)

Das Spiel des Lichtes und Schattens im türkisen Wasser faszinierte mich.

Christchurch

Christchurch wurde von mehreren Erdbeben erheblich zerstört. Die Innenstadt war auch jetzt Jahre später noch gespenstisch ausgestorben. Nach einem kurzen Bummel dort begaben wir nach einer abenteuerlichen Fahrt (Rallyefeeling), auf der selbst dem Steuermann etwas schlecht wurde zu unserer letzten Station.

Akaroa & Abschied

Akaroa ist eine kleine Stadt auf der „Banks Peninsula“ östlich von Christchurch. Dort genossen wir zum Abschluss noch ein paar geruhsamere Tage im Onoku Farm Hostel – ein echtes Erlebnis! Mitten in der Natur. Auf dem Campervan-Parkplatz laufen Hühner, Schafe und Ziegen umher und der Zeltplatz ist an einem steilen Hang gelegen, der nächtliche Toilettengänge zum Plumpsklo zur Rutschpartie macht. Außerdem sind die zugehörigen Gebäude (Küche, Aufenthaltsraum & Co.) eine echte Villa Kunterbunt. Für die letzte Nacht gönnten wir uns hier eine Übernachtung in einer „Stargazer Hut“ mit Glasdach zum nächtlichen Sterne-Gucken.

Blick aufs Hauptgebäude des Hostels
Blick in den Akaroa Harbor – eine große natürliche Bucht auf der Banks Peninsula
Stargazer Hut „with a view“


Neuseeland (6): Aoraki / Mt. Cook

Gegen Ende der Reise ging es noch einmal von Süden in die südlichen Alpen der Südinsel (ganzschön viel Süden) um Mt. Cook – dem höchsten Berg Neuseelands – einen Besuch abzustatten. Bereits auf der Anfahrt entlang Lake Pukaki begrüßte er uns zwischen den anderen Gipfeln hervorstechend.

In der Mitte Mt. Cook
(von diesem Parkplatz aus macht glaube ich jeder ein Foto)

Während wir uns näherten, rückte das Gletschermassiv am Südhang von Mt. Sefton immer näher. Das Foto vermag nicht die gewaltige Größe dieser Hänge zu transportieren.

Der linke größere Gipfel müsste Mt. Sefton sein

Vom Ort „Mt. Cook“ – der quasi nur aus einem (positiv ausgedrückt) rege frequentiertem Campingplatz besteht – aus gingen wir den kurzen aber netten Hooker Valley Track. Man darf dort nicht erwarten allein zu sein aber tolle Ausblicke gibt es allemal.

Portrait von Mt. Cook „mit Fähnchen“. Die um 45° zum Erdboden stehende Schichtung des Gesteines zeugt von der Entstehung des Berges.
Bevor die Flora das Gestein der Geröll-Lawinen zurückerobern kann, wächst wohl zunächst ein rötlich gefärbter Pilz über die Steine. Anhand dessen kann man hier die verschiedneen Schichten von Gesteinsabgängen erkennen.

Zum Abschied noch zwei Fotos von Mt. Sefton und einem Blick ins Tal Richtung Lake Pukaki.

Neuseeland (5): Milford Sound

Milford Sound vom gleichnamigen Ort aus gesehen. Mittig links steht felsig „Mitre Peak“ und baumbewachsen davor „Footstool“. Im rechten Drittel ist Gletscherbedeckt „Mount Pembroke“ zu sehen

Von Queenstown aus unternahmen wir mit dem Anbieter Juicycruise eine Bustour zu einer Bootsfahrt durch den Milford Sound. Für eine eigenständige Reise mit dem Auto zum Fjord passte leider nicht mehr in den Zeitplan (von Queenstown aus muss man aufgrund der Berge östlich des Lake Wakatipu einen riesigen Umweg fahren) und ich hatte ob des günstigen Angebotes des großen Anbieteres so meine Bedenken. Ein bärtig-bärig-netter Busfahrer sammelte uns am frühen morgen ein und nach einigen Stunden Schlafes wurden die Sorgen langsam zerstreut. Unser Busfahrer (ein Hoch auf ihn!) entpuppte sich in Wahrheit als großartiger Erzähler, der nebenbei am Steuer saß. Während er uns den Langen Weg über den Highway 94 zum Fjord führte, erzählte er uns lebendig von der Geschichte der Region und von der von schwerer Handarbeit geprägten (z.B. durften die Arbeiter, die die Straße durch die felsige Region schlugen zwar Sprengstoff verwenden, er wurde ihnen aber vom Gehalt abgezogen) Erschließung der Region. Seine Erzählungen machten den Landschaften Aussichten beinahe den Platz als bestes Erlebnis des Tages streitig.

Durch das gebirgige Gebiet ging mit mein (Steinbock-)Herz aufgrund der alpinen Ausblicke auf.

Am Ort Milford Sound angekommen bestiegen wir eine typische Touri-Fähre und wurden begleitet von humorigen Erklärungen des Kapitäns einmal durch den Fjord geschippert.

Milford Sound ist ein „echter“ Fjord, da er durch Gletscherbewegungen entstand. Seine Wände sind deshalb sehr „glatt geschmirgelt“ und die Bäume können sich nur dank eines engen Netzes von kleinen Pflanzen auf den Hängen halten. Bricht an einer höher gelegenen Stelle ein Baum weg entsteht eine Lawine aus Bäumen und Pflanzen die den Felsen glattputzt – so oben rechts zu sehen.

Zu den (touristischen) Highlights des Fjordes gehören seine Wasserfälle. Unten ist der „Stirling Fall“ von zwei Seiten zu sehen. Wir lernten den Wasserfall hautnah kennen: Der Kapitän fuhr beeindruckend Nahe unter den Wasserfall und bescherte uns auf dem Oberdeck eine kühle Erfrischung.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt bei einem Fluss (dessen Namen mir entfallen ist), der das Flussbett in interessante glatte Formen geschliffen hat.

Neuseeland (4): Franz Josef Gletscher

Auf dem Weg durch die Südinsel statteten wir auch dem Franz Josef Gletscher einen Besuch ab. Ich entschied mich für die (ökologisch bedenkliche) Touri-Tour: Mit dem Helikopter auf den Gletscher, ein paar Stunden Gletscherwanderung und wieder zurück.

Tourguides pflegen die Routen durchs Eis

Im ewig bergab gleitenden Eis unterwegs zu sein, war eine beeindruckende Erfahrung, das Ausmaß des Helikopter-Flugverkehrs (und erst recht die Tatsache, dass ich daran teilnahm) war jedoch Angesichts des auch auch hier deutlichen Rückgang des Gletschers im Rahmen der globalen Erwärmung auch bedrückend.

Die unterschiedliche Höhe der Bäume in den Seiten des Gletschertals korrespondierenden mit dem progredienten Rückgang des Eises: Wo die Bäume klein sind, war bis vor nicht all zu langer Ziet noch die Gletscherzunge…

Die vielfältigen Details im Eis fand ich interessant. An vielen Stellen konnte man gut erkennen, wie durch den Einfluss des Wetters in unterschiedlichem Ausmaß verdichtete Schichten von Schnee bzw. Eis aufeinander stehen und durch den Fluss des Gletschers verbogen, verschoben und aufgestellt wurden.

NZ (3): Kina Beach in der Tasman Bay

In der Tasman Bay (an der Nordküste der Südinsel) kehrten wir in der Kina Beach Campsite ein. Ein wunderbarer kleiner Campingplatz der von den Überschwemmungen vor kurzer Zeit noch relativ gezeichnet war. Trotzdem herrschte dort eine schöne, ruhige und ausgelassene Stimmung und wir konnten die Seele baumeln lassen.

An der Einfahrt zum Campingplatz begrüßte uns ein Kunstwerk auf Rädern: Der „Wohnwagen“ der Caretakerin. Sie berichtete, vor vielen Jahren den Wohnbereich auf einen LKW gebaut zu haben und dort einen großen Teil ihres Lebens verbracht zu haben – sogar ihre Kinder habe sie darin geboren.

Der Strand lud zu Spaziergängen ein und die Muster, die das bei Ebbe abnehmende Meer im Sand hinterließ, faszinierten mich.

Am morgen von unserer Abreise stellte ich mir auf Verdacht einen frühen Wecker für den Sonnenaufgang und wurde nicht enttäuscht. Nach anfänglich zärtlicher Dämmerung mit einem tollen Farbverlauf von rot über orange, gelb und grün bis hin zu blau (das grün fängt der Kamerasensor leider kaum ein) erschien die Sonne schließlich hinter den Bergen der Ostseite der Tasman Bay über Nelson. Wenn man beim zweiten Foto genau hinsieht, erkennt man über dem Wasser und unterhalb der Wolkenschicht die Lichter der Stadt Nelson.

Toastbrot im Sonnenaufgang

Neuseeland (2): Tongariro Crossing

Das „Tongariro Alpine Crossing“ führt über 20 km und 1000 Höhenmeter (auf und ab) durch beeindruckende Vulkanlandschaften. Die Tour ist touristisch sehr bekannt und wahrscheinlich gerade deshalb wird an allen Ecken und Enden gewarnt, dass falls man nicht alpin erfahren, adäquat ausgerüstet und mit allen Wassern gewaschen ist, Lebensgefahr droht. Angesichts dessen, dass wohl auch Menschen in Flipflops die Route anzugehen versuchen und dann gerettet werden müssen vielleicht angemessen, wenn man ein unterdurchschnittlich bis normales Maß an Fitness, adäquate Bekleidung und Schuhe mitbringt ist die Tour jedoch meines Erachtens gut machbar.

Früh morgens ging es mit dem Shuttlebus auf zum Startpunkt. Auf dem Weg tauchte die Morgensonne die Wolken über der Landschaft in ein sanftes orange.

Vom Parkplatz aus führten uns Gräserlandschaften mit Blick auf Ngauruhoe (Mt. Doom) auf zum ersten größeren Anstieg, „The Devils Staircase“. Vor dem „Eingang“ dazu gab es erneut ein großes Warnschild („Point of no return“ usw.).

Geröllig-Vulkansteiniges Gelände

Oben angekommen begrüßte u.a. ein toller Blick auf den Schicksalsberg, zurück ins Tal und eine Infotafel über den Vulkan. Wichtiger Hinweis: „If the Vulcano erupts, move quickly down the mountain“ – wer hätte das gedacht?

Anschließend führt der Weg über ein paar Kilometer durch eine beeindruckende Hochebene. Die Weiten und Dimensionen vermögen meine Fotos leider nur zu teil zu transportieren.

Über den letzten Anstieg (in den beiden obigen Fotos nach links oben bergan) ging es zum höchsten Punkt, dem Rand des Red Crater. Leider holten uns oben die Wolken ein und von da ab ging es nicht nur mit den Höhenmetern sondern auch mit der Sicht steil bergab.

Blick vom letzten Anstieg zurück in das oben von unten gesehene Plateau und Nagaruhoe. Noch war die sicht gut…

Über ein etwas unangenehmes lose schottrig-steiles Stück führte der Weg nun zu einigen der farbenfrohen, geologischen Highlights, die wir leider nur durch den Nebel sahen. Z.B. die „Emerald Lakes„.

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Nord-West-Seite des Bergmassives. Die Fabrkombination aus Blau-, Grün-, Braun- und Gelbtönen erscheint mir sehr typisch für die meisten Ausblicke auf unserer Reise.

Neuseeland (1): Ankunft und erste Eindrücke

Im Februar 2018 ging es für Vroni und mich mit einem kleinen Campervan durch Neuseeland. Es folgen einige Blogeinträge – lose thematisch sortiert – zu meinen fotografischen Eindrücken. Wir landeten auf der Nordinsel in Auckland, besuchten heiße Quellen in der Nähe von und in Rotorua, Wanderten das „Tongariro Crossing“, lernten schöne Zeltplätze kennen, verbrachten etwas Zeit am Strand, besuchten den Franz Josef Gletscher, die Milford Sounds, Mt. Cook und reisten von Christchurch wieder ab

In Rotorua begrüßte uns einiger Schwefel in der Luft. In Te Puia bewunderten wir die auf der Nordinsel stark vertretene geothermische Aktivität.

Einige Eindrücke vom Wegesrand.

… und das Foto. Es fiel mir immer wieder schwer im zweidimensionalen Foto den mächtigen Eindruck der Weite und Dimensionen dieses Landes einzufangen.

Zum vorläufigen Abschluss: 2x Wellington. Die Stadt bietet eine angenehme Mischung aus großstädtischen Bauten mit Häuserschluchten, lebendiger Betriebsamkeit auf verhältnismäßig kleiner, überschaubarer Fläche.

Blick in die Weite